Über PALME
PALME – Präventives Elterntraining für alleinerziehende Mütter geleitet von ErzieherInnen.
Ein Unterstützungsprogramm für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder.
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Matthias Franz
Klinisches Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Tel 0211-8118338, Fax 0211-8116250
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Gefördert vom BMBF im Rahmen des Förderschwerpunktes "Präventionsforschung" (GFEL 01068604)
Ausgangssituation
In Deutschland wachsen etwa 20% aller Kinder bei nur einem Elternteil - in 85% bei der Mutter - auf. Ca. 600.000 dieser Kinder sind unter 6 Jahre alt. Viele alleinerziehende Mütter und ihre Kinder kommen mit ihrer Lebenssituation gut zurecht. Internationale und inzwischen auch deutsche Studien belegen aber auch eine erhöhte gesundheitliche und seelische Belastung alleinerziehender Mütter und ihrer Kinder. Diese kann nicht ausschließlich durch die im Mittel deutlich schlechtere wirtschaftliche Situation dieser Familien erklärt werden. Eine konflikthafte Abwesenheit des einen und eine strukturelle Überforderung des anderen Elternteils teilen sich vielen Kindern in Einelternfamilien mit und bewirken bei ihnen in Kindergärten und Schulen dann überdurchschnittlich häufig Anpassungsprobleme.
Entwicklungspsychologische Aspekte
Alle Einflüsse, welche die zuverlässige und feinfühlige Beziehungsaufnahme der Mutter zu ihrem Kind beeinträchtigen, können langfristig einen negativen Einfluss auf dessen seelische Entwicklung sowie die sozialen und schulischen Fähigkeiten ausüben. Dies gilt besonders, wenn keine Schutzfaktoren - wie z. B. eine weitere emotional positiv eingestellte und zuverlässig verfügbare Bezugsperson für das Kind - vorhanden sind. Beispielsweise sind seelisch belastete Mütter oder Mütter in schweren Partnerschaftskrisen in ihrer emotionalen Zuwendungsfähigkeit eingeschränkt und dann häufig selber unterstützungsbedürftig. Nach neueren Umfragen sind etwa 2/3 der alleinerziehenden Mütter mit ihrer Lebenssituation unzufrieden. In dieser Situation haben es alleinerziehende Mütter besonders schwer, den vielfach an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden und sich gleichzeitig einfühlsam ihrem Kind zuzuwenden. Aus diesem Grund wünschen sich viele alleinerziehende Mütter eine speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Unterstützung.
Das Besondere an PALME
Genau hier setzt PALME als Elterntraining für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder an. Es handelt sich um ein
- strukturiertes Elterntraining über 20 Sitzungen á 90 Minuten
- für alleinerziehende Mütter mit Kindern im Vorschul- und Grundschulalter
- auf bindungsorientierter, emotionszentrierter Grundlage
- geleitet von einem geschulten Leiterpaar
- Gruppengröße 10 - 12 Mütter
- wohnortnah, Angebot von Kinderbetreuung
- Supervision durch einen ausgebildeten Supervisor
Das bindungstheoretisch fundierte Konzept und die didaktische Aufbereitung von PALME wurde in Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen und Erzieherinnen in zehnjähriger Vorarbeit entwickelt, erprobt und wissenschaftlich evaluiert. Es konnte nachgewiesen werden, dass PALME einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden und die Stimmung der teilnehmenden Mütter ausübt und die Beziehung der Mütter zu ihren Kindern stärkt.
Ziele und Ablauf der PALME-Gruppen
PALME hat folgende Hauptziele
- Stabilisierung der Mutter-Kind-Beziehung
- Stärkung der intuitiven Elternfunktionen
- Besserung der Einfühlung in das Erleben des Kindes
- Bearbeitung unbewusster Wahrnehmungs- und Erziehungstendenzen
- Einübung sozialer und elterlicher Kompetenzen
Alle Gruppensitzungen sind klar gegliedert und in einem gut verständlichen Manual sehr genau beschrieben. In jeder Gruppensitzung erhalten die teilnehmenden Mütter Informationen. Diese reichen von rechtlichen Themen bis hin zu entwicklungspsychologischen Fragen und der Bewältigung von Alltagsproblemen. Diese Informationen helfen den Müttern ihre Situation und die Bedürfnisse ihres Kindes besser wahrzunehmen und zu verbessern. Während der Gruppensitzungen werden typische Konflikte Alleinerziehender z.B. in Rollenspielen und Grüppenübungen bearbeitet. Hier geht es vor allem um die Trennung Elternverantwortung von der Ebene des Paarkonfliktes. Schließlich werden mittels kindgerechter Mutter-Kind-Übungen für Zuhause die feinfühlige Wahrnehmung der Bedürfnisse des Kindes und die Lösung bestehender Konflikte gefördert.
Die 20 Gruppensitzungen sind zur Erreichung dieser Ziele in 4 Module gegliedert, die sich sinnvoll ergänzen und auf einander aufbauen.
Im ersten Modul wird die Selbstwahrnehmung der Mütter gefördert, Rollenanforderungen, Belastungen, Fähigkeiten und die dazugehörigen Emotionen erarbeitet.
Im nächsten Schritt geht es dann um die Wahrnehmung des Kindes und die Einfühlung in dessen Entwicklungsbedürfnisse nach Bindung und Exploration.
Schließlich wird im dritten Modul die Situation in der Gesamtfamilie und auch die Rolle des Ex-Partners thematisiert, sowie damit zusammenhängende Konflikte auch im Hinblick auf die Lebensgeschichte der Mütter bearbeitet.
Erst nach diesen Grundlagen wird im vierten Schritt auf Verhaltensebene nach neuen Wegen und Lösungen zur Bewältigung von Konflikten im Alltag der Familien gesucht und eingeübt.
Die Gruppen werden von zwei speziell dafür geschulten Gruppenleiterinnen, bzw. Gruppenleitern (s. Schulung) durchgeführt. Durch diese gemeinsame Leiterfunktion ist ein lebendiger und abwechslungreicher Gruppenablauf garantiert. Vorteilhaft, aber nicht zwingend notwendig, ist die Gruppenleitung durch sowohl einen Erzieher als auch eine Erzieherin.
Schulung
Das Gruppenprogramm wird im Rahmen von dreitägigen Trainingsseminaren (zusammen mit anderen Inhalten wie Grundlagen der Gruppendynamik, Gesprächstechnik, Entwicklungspsychologie und Bindungstheorie) an qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher vermittelt. Basis hierfür ist das ausführliche Manual zusammen mit dem sorgfältig aufbereiteten didaktischen Material.



